Die Geschichte des Badmintonsport
Aus dem Buch "The Badminton Story" by Bernard Adams
Badminton entwickelte sich aus dem antiken Federball (battledore
and
shuttlecook), einem Spiel, das von Erwachsenen wie auch von Kindern zu
mindestens 2000 Jahre lang gespielt wurde - im antiken Griechenland, China,
Japan, Indien und Siam. Bauern spielten es im mittelalterlichen England und im
späten 16. Jahrhundert war es ein beliebtes Kinderspiel.
Im 17. Jahrhundert wurde "Battledore" oder "Jeu de volant"
eine beliebte Freizeitbeschäftigung der feinen Leute in vielen europäischen Ländern.
Zwei Spieler versuchten mit einfachen Schlägern den Federball so oft wie möglich
zurückzuschlagen, ohne daß er den Boden berührt. Der Rekord unter den
Mitgliedernder Somerset-Familie war 2117 Schläge im Jahre 1830. (das war ein
Ballwechsel!)
Wie sich der Federball selbst entwickelte ist ein Rätsel. Eine Möglichkeit
ist, daß einzelne Federn gelagert wurden -
vielleicht zum Schreiben oder einen anderen Zweck - indem man sie in einen Kork
oder ähnlichen Material steckte. Dann brauchte es nur noch jemanden, der dies
warf oder gar nur fallen ließ, um die außergewöhnlichen Flugeigenschaften
dieses Federgebildes zu entdecken.
Wie genau sich aus diesem Federball unser Badminton entwickelt hat, ist
ebenfalls ungewiß. Aber man weiß, daß Badminton seinen Namen vom
"Badminton House", der Residenz des Herzogs von Beauford in
Gloucestershire (heute Avon) hat, wo eine neue Art des "Battledore" am
Ende der 1850er auftauchte. Isaac Spratt, ein Spielzeughändler aus London,
publizierte ein Heft mit dem Namen "Badminton Battledore - a new game"
im Jahre 1860, leider gibt es kein Exemplar mehr auf dem Markt. Es ist auch
bekannt, daß eine ziemlich fortschrittliche Art des Spieles von den Briten in
Indien im Jahre 1860 und 1870 gespielt wurde und dort auch die ersten Regeln
verfaßt wurden.
Nach den frühen 1870er Jahren wird das Bild der Badmintonentwicklung ein wenig
klarer. Die Briten übernahmen in Indien die Führung und das Spiel wurde als
Vergnügung im Freien sehr populär. Es wurde so populär, daß die Kirchenführer
dieser Zeit begannen, die Popularität dieses Spiels als Bedrohung der
Sonntagsmesse zu sehen!

Die ersten Regeln wurden in Poona im Jahre 1873 verfaßt, aber das Spiel
entwickelte sich in Indien mehr als soziale Freizeitbeschäftigung denn als
Wettbewerbssport in der Halle. Auch in England war es in den ersten zwei Dekaden
mehr gesellschaftliches Gartenspiel. Die rohe aber amüsante Form des Badminton,
auch als "Schlagen und Brüllen" bekannt, war die dominante Form in
den 70er und 80er Jahren des 19. Jahrhunderts.
Eine frühe Form der Regeln wurde 1883 in einem dünnen Heft mit dem Namen
"Lawn Tennis, Croquet, Racquets, etc." veröffentlicht. Eines der
"Et Ceteras" besteht aus zehn Seiten, die Badminton gewidmet sind und
die der Autor als "Rasentennis gespielt mit Federbällen anstelle von Bällen"
bezeichnet. (!!)
Ein ernsthafteres Badminton entwickelte sich nach und nach, als viele der
indischen Veteranen nach England zurückkehrten und ein Offiziersclub in
Folkestone 1875 gegründet wurde. J.H.E. Hart war einer der Pioniere in Indien
und als er nach England zurück kam,spielte er eine wichtige Rolle bei der
Erstellung der Regeln. Er überarbeitet die Regeln 1887 und nochmals 1890
unter Mitarbeit von Bagnel Wild.
Die ersten Clubs der 70er und 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts entstanden
hauptsächlich in den Kurorten Südenglands, aber es gab viele Hindernisse um
zufriedenstellende Wettbewerbe untereinander zu spielen, da die Vereine ihre
eigenen Regeln machten und es Unterschiede in der Courtgröße gab (z.B. Ealing
spielte auf einem Court etwa eineinhalb mal so groß als ein moderner Court!).
Einzelspiele wurden als egoistisch (!) eingestuft und nicht alle Vereine
spielten Doppel - einige spielten Trebles" und "Quadruples".

Um mit einem Teil der Widersprüchlichkeit auszuräumen, wurde ein Treffen in
Southsea in Hampshire 1893 organisiert und die "Badminton Association"
wurde von den Vertretern der 14 Vereine gegründet, die gemeinsame Regeln
zustimmten.
Badminton wurde flügge und es wurde Zeit für unser heutiges Badminton.
In der Mitte der zwanziger Jahre schlug das organisierte Badminton Wurzeln in
Nordeuropa, Nordamerika und im Osten. Aber es war in Dänemark und Kanada, wo
das Spiel seine größten Fortschritte machte. Um 1935 begann Badminton in den
USA erstmals große Menschenmassen anzuziehen. 1937 wurden die ersten "US
National Championship" abgehalten.
Die IBF (International Badminton Federation) wurde im Juli 1934 von den Gründungsmitgliedern
England, Wales, Irland, Schottland, Dänemark, Holland, Kanada, Neuseeland und
Frankreich gegründet. Indien wurde 1936 der IBF angegliedert.

In den frühen 30er Jahren wurde Badminton - hauptsächlich im Freien
gespielt - in Malaysia sehr populär und die "Malay Badminton
Association" wurde 1934 gegründet.
1949 wurde der erste "World (Thomas) Cup" für Männerteams gespielt.
Mitte der 50er Jahre begann der Wettbewerb der Damenteams mit der Einführung
des Uber-Cup.
Ein Meilenstein für den Badminton-Sport war 1979 das erste offene und gänzlich
professionelles Turnier in der Albert Hall in London.
1992 wurde Badminton ein olympischer Sport bei den XXV. Olympischen
Sommerspielen in Barcelona. Die Entscheidung wurde 1985 getroffen als die IBF
mit ihren 114 Mitgliedern als weltweite Vertretung anerkannt wurde. Die Athleten
spielten Damen- und Herreneinzel sowie Damen- und Herrendoppel. Mixed wurde bei
den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta ebenfalls gespielt.
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